Gitta Tonka, Favoriten. Mandelbaum Verlag €18.-

Ein sehr interessantes Buch über Favoriten ist gerade erschienen und sei hiermit wärmstens empfohlen. Gitta Tonka, deren Familie schon seit der Gründung des Bezirks in Favoriten lebt, hat ein kleines, feines Büchlein über die Geschichte des Arbeiterbezirks zusammengestellt. In kurzen Kapiteln, mit zahlreichen Fotos und auch persönlichen Erinnerungen versehen, bietet das Buch den idealen Begleiter für den nächsten Spaziergang und einen angenehmen Einstieg für die Zugezogenen,  um sich mit der neuen Heimat auseinanderzusetzen. https://www.mandelbaum.at/buecher/gitta-tonka/favoriten/

Raven Leilani, Hitze. Atlantik € 22,70

Die etwas verkorkste Affäre zwischen einer jungen, schwarzen, sich in einer finanziell angespannten Lage befindlichen Frau und einem doppelt so altem Mann aus der weißen New Yorker Mittelschicht. Aus der Sicht der jungen Frau geschildert, entwickelt sich die Geschichte bar jeder Klischees, spielt mit den Stereotypen, entwickelt überraschende Wendungen und lässt, trotz aller Nähe, die handelnden Individuen umso stärker in ihrer verstockten Einsamkeit irgendwie hilflos zurück. In klarer, schnörkelloser, unsentimentaler Prosa verfasst, war es einer der zurecht meistdiskutierten Romane in den USA.

Benedict Wells, Hard Land. Diogenes € 24.-

In seinem neuen Roman erzählt Benedict Wells aus dem Sommer eines Jugendlichen in der amerikanischen Provinz der 1980er Jahre. Aspekte wie Außenseitertum, Musik, schwieriges Zuhause, Liebe, Freundschaft und das Up and down des Teenager-Daseins werden schön und leicht erzählt eingefangen. Dazu gibt es folgenden Trailer zum Einstimmen.

https://www.hard-land.de/?utm_source=dio_website&utm_medium=teaser&utm_campaign=wells_hardland

Franzobel, Die Eroberung Amerikas. Zsolnay € 26,80.

Wild drauflos schwadroniert und fabuliert wird hier, und das mit großem Sprachwitz und nicht geringer Kunst im Schmieden schöner Worte. Dass nicht jeder Kalauer ein Volltreffer ist, sei verziehen, und das der Spannungsbogen manchmal etwas verlorengeht in dieser Geschichte über eine Expediton in die Südstaaten der USA im 16. Jahrhundert, mag man hinnehmen, und lässt sich belustigt das Panoptikum der skurillen Gestalten auf den Buchseiten präsentieren.