JB Lawless, Tod in der Bibliothek. Kiwi € 10,30

Ein irisches Herrenhaus im Winter 1957. Father Tom wird tot in der Bibliothek des Herrenhauses aufgefunden. Er wurde brutal ermordet. Findet sich der Täter innerhalb der altehrwürdigen Familie?
Detective Strafford  muss nun den Täter finden, der den vermeintlich allseits beliebten Pfarrer auf dem Gewissen hat. Die Spurensuche entwickelt sich etwas schwierig – nicht nur wegen der herrschenden Witterung. Ein spannender Krimi im klassisch britischen Stil.
Rezensiert von Monika

Donato Carrisi, Der Nebelmann. Atrium € 10,30

Ein ganz perfider, subtiler, gut geschriebener Krimi um ein verschwundenes Mädchen aus einer religiösen Familie in einem abgelegenen Tal. Ein populärer, der Öffentlichkeit bekannter Ermittler, involviert, teils aus Eitelkeit, teils aus investigativen Überlegungen, die Medien in die Suche nach dem Täter, verliert jedoch die Kontrolle über den Lauf der Ereignisse und zunehmend, da die Beweislage gegen den vermutlichen Täter auf sehr dünnem Eis gebaut ist und sich der Fall hinzuziehen droht, auch über die Grenzen des Zulässigen. Geschickt in Rückblenden erzählter Spannungsaufbau, der zu einem spannenden und interessanten Finale führt!

Blake Crouch, Psychose. Goldmann € 10,30

Der Autor führt die Kultserie Twin Peaks als Vorbild für seine Wayward Pines Trilogie an, deren erster Band „Psychose“ ist. Wir haben eine Kleinstadt, dessen Bewohner zunehmend rätselhaft erscheinen, einen Detektive, der nicht so recht weiß, was mit ihm passiert, und eine Handlung, die eher beklemmend, aber fast gemächlich, beginnt, jedoch bald ganz gehörig an Fahrt aufnimmt, dazu mit ein paar blutigen Sequenzen aufwartet, und den Leser mit überraschenden Wendungen fesselt.
Für Krimipuristen mag das Ende ein bisschen zu seltsam sein, aber wer da nicht so heikel ist und was richtig Spannendes zu lesen sucht, der wird hier glücklich. Der zweite Band ist auch schon erschienen, mal sehen, wie es weiter geht.

Giorgio Scerbanenco, Das Mädchen aus Mailand. Folio € 18.-

Der Auftakt zur in den 1960er Jahren entstandenen Krimi Tetralogie rund um Duca Lamberti. Mehr eine Untersuchung über Ethik und Moral, tritt die Krimihandlung angesichts der ausführlichen Dialoge und Reflexionen teils in den Hintergrund, einen Show- down gibt es aber trotzdem. Empfohlen für jene, die im Genre die Untersuchung der bösen Seiten der conditio humana suchen und nicht spannungsgeladene oder verzwickte Pageturner.

Keigo Higashino, Ich habe ihn getötet. Piper €10,30

Ein gänzlich unblutiger, subtil spannender und den Leser bis zum Schluss, und darüber hinaus, fordernder Krimi aus Japan. Ein Mord, drei Verdächtige, ein Showdown a la Agatha Christie, ein an Columbo angelehnter Ermittler, wohltuender Weise ohne Alkohol oder sonstige Probleme, und ein sich zunehmend verflechtendes Netz aus gegenseitigen Anschuldigungen. Erfrischend, ohne Gewalt, Grauslichkeiten und Verfolgungsjagden.

Simone Buchholz, Hotel Cartagena. Suhrkamp € 16,50.

Die Buchholz schreibt ja ganz großartige Krimis, zum Beispiel „Blaue Nacht“, aber diesmal schreibt sie leider nur eine Hälfte lang einen guten Krimi. Alle Versatzstücke sind da. Komplexe Geschichte in zwei Handelssträngen, gekonnte Dialoge, Witz, Tempo, die bekannten Charaktere marschieren auf, und dann passiert leider fast gar nichts mehr, die Geschichte wird abstruser, die Heldin Chastity Riley fällt seitenlang ins Delirium und irgendwann ist das Buch dann aus. Man kann das als auf auf die Spitze getriebene Avantgardistik nehmen oder eher enttäuscht sein. Urteilt selbst oder, besser, lest die „Blaue Nacht“

Marc Raabe, Schlüssel 17. Ullstein € 10,30

Der Auftakt der Serie um den Berliner Kommisar Tom Babylon. Ein schnell geschriebener Krimi mit viel Action und gut gesetzten Cliffhangern, in dem grausliche Ereignisse aus der Spätzeit der DDR ihren Schatten auf aktuelle Morde werden. Tom Babylon, selbst mit dem lange zurückliegenden Verschwinden seiner Schwester beschäftigt und oft mehr auf eigene Faust als innerhalb der polizeilichen Grenzen ermittelnd, kämpft sich mithilfe der ebenfalls in ihrer ganz eigenen Geschichte gefangenen Psychologien Sita Johanns durch die undurchsichtige Beweislage, bis hin zum großen Showdown.

Jo Nesbö, Messer. Ullstein € 24,70

Jo Nesbö zählt ja längst international zu den ganz großen Autoren, und wer den neuesten Fall um Harry Hole liest, weiß warum. Denn was dem Leser vorgelegt wird, sprengt die engen Ketten des Ermittler sucht Täter Spektrums und breitet auf fast 600 Seiten eine dramaturgisch perfekt kombinierte, komplexe, mit falschen Fährten und überaschenden Wendungen gespickte Untersuchung der ganz großen Themen von Schuld, Sühne, Verrat, Hass und Liebe aus. Die ersten 40 Seiten sind zugegebener Maßen ein bisschen zäh. Aber dann! aber dann!!